Ehrliche Worte. Danke.

Die letzten Tage sind wir ob der Berichterstattung schier verzweifelt. Heute ein Lichtblick. Wir sind froh, dass sich weitere Kritiker aus der Deckung trauen und einen aufsehen erregenden Eintrag auf ihrer Facebook-Seite „Für eine Ausgliederung der Profiabteilung beim VfB Stuttgart“ hinterlassen haben. Hierfür vielen Dank!

Der vollständige Wortlaut:

Die Wahrheit zur aktuellen Situation beim VfB Stuttgart

Wir (drei VfB-Mitglieder) haben auf Initiative eines VfB-Freundeskreis-Mitglieds diese Seite im Jahr 2013 online gestellt – mit dem Ziel, die Stimmungen zum Thema Ausgliederung einzufangen. Wir haben lange überlegt, ob und in welcher Form wir uns äußern wollen und können. Denn aus beruflichen Gründen ist es uns nicht möglich, persönlich aufzutreten. Die aktuelle Entwicklung hat uns aber veranlasst, diesen Schritt zu gehen. Wir waren damals der festen Überzeugung, dass eine Ausgliederung in eine AG mit Investoren der richtige Weg für diesen Verein ist. Wir halten dieses einmalige Unterfangen auch grundsätzlich für sinnvoll, allerdings nicht in der derzeitigen Konstellation. Auf entsprechende Bitten hin haben wir Anfang 2015 diese Seite nicht mehr weiter verfolgt, weil der VfB auf Initiative von Bernd Wahler über den Dialog in Regionalversammlungen/in einer Zukunftswerkstatt die Leute für eine Ausgliederung gewinnen wollte.

Der aktuelle Aufsichtsrat hat in dieser Sache das Ruder übernommen. In erster Linie Daimler, aber auch Würth und Kärcher wollen die Ausgliederung unbedingt. Die Verantwortlichen haben gemerkt, dass sie sich mit dem „Dialog Vereinsentwicklung“ verfangen haben und dass sich die für eine Ausgliederung erforderlichen 75 Prozent nicht einmal andeuten.

Deswegen wurde die Richtung geändert: Es wurden Satzungsänderungen entwickelt, die mitnichten einen Konsens aus dem Vereinsentwicklungsprozess darstellen, sondern ausschließlich gewünschte Änderungen sind in Vorbereitung auf die Ausgliederung. Die Briefwahl sowie das Wahlrecht ab 16 will der Verein nur deswegen, weil er darin die einzige Chance sieht, die Ausgliederung im Frühjahr 2017 umzusetzen. Man hat sich den Anschein demokratisch ablaufender Prozesse gegeben, um Punkte in die Satzung aufzunehmen, mit denen die Mitgliederversammlung sowie die Rechte der Mitglieder eingeschränkt werden. So haben wir uns eine sinnvolle Ausgliederung und die Umstrukturierung des Vereins jedoch nicht vorgestellt.

Man hat gemerkt, dass man mit den Änderungen zu weit gegangen ist und niemals eine 75-prozentige Zustimmung bekommen wird. Deswegen wurde händeringend ein Mitglied gesucht, das als Alternative ein kleines Satzungspaket vorschlägt. Der Verein will um jeden Preis über die Ausgliederung in einer Briefwahl abstimmen. Dies ist vollkommen nachvollziehbar, aber nicht bei gleichzeitiger Einschränkung der Antragsmöglichkeiten für Mitglieder, was einem auf den ersten Blick gar nicht auffällt. So wäre es künftig möglich, dass ein Abwahlantrag nach Ermessen des Vorstands nicht zugelassen und auch nicht in die Mitgliederversammlung eingebracht wird. Das Vorschieben eines Mitglieds und der Umstand, dass Dietrich diesen Vorschlag unterstützt, ist aus unserer Sicht ein peinliches Possenspiel, bei dem Dietrich auch seine scheinbare Unabhängigkeit zeigen möchte.

Laut unseren Informationen gab es in der finalen Auswahl zwei Präsidentschaftskandidaten, und der Favorit des Vorstands war wohl nicht Dietrich. Der Aufsichtsrat hat sich für Dietrich entschieden. Einen Wahlkampf zwischen zwei Kandidaten wollten weder der Verein noch die Kandidaten, was gemeinsam mit den beiden Kandidaten besprochen wurde. Alle anderen sind wohl schnell beim Aufsichtsrat aufgelaufen. Der andere Kandidat hätte unseren Informationen zufolge seinen aktuellen Job aufgeben müssen und hätte – wie alle Vorgänger – das Amt nicht ehrenamtlich ausüben können. Dies alles ist das Recht des Aufsichtsrates, und auch der andere Kandidat hat diese Entscheidung akzeptiert. Ärgerlich ist allerdings, dass Dietrich so tut, als wäre er händeringend gebeten worden und als hätte er nichts von anderen Kandidaten gewusst. Das Thema Ehrenamt war ein geschickter Schachzug, um den anderen Kandidaten auszustechen.

Dietrichs Hauptaufgabe wird sein, die Ausgliederung knallhart durchzusetzen. Den Mitgliedern die Pistole auf die Brust setzen nach dem Motto „Ausgliederung oder das war‘s mit dem VfB“. Dietrich mag vieles sein, aber er ist weder ein Teamplayer oder Integrationsfigur, noch ist er unabhängig vom aktuellen Aufsichtsrat. Er wird auch altersbedingt keine zweite Amtszeit ( =Wiederwahl) anstreben. Wer Dietrich bei den Veranstaltungen genau zugehört hat, wird gemerkt haben, dass ihm erstaunlich viel Wissen um den Verein und zu den Satzungsänderungen fehlt.

Ein Aufsichtsratsmitglied der Stuttgarter Kickers ist uns persönlich bekannt. Seine Schilderungen haben uns schockiert. Selbst wenn nur die Hälfte der Berichte darüber stimmt, wie Dietrich (und eben nicht sein Sohn!) sich dort patriarchalisch benommen haben soll und viel altes Porzellan zerschlagen hat, könnte einem grauen. Dietrich soll angeblich mit seinen Geschäften/Investitionen bei anderen Vereinen lange operativ raus sein. Wer aber recherchiert, der sieht, dass erst Ende August alles auf den letzten Drücker passiert ist. Zudem wurden hier noch sehr viele Ungereimtheiten nicht offengelegt und man wollte Kritiker durch Klagen (RA Joachim Steinhöfel!) mundtot machen. Wird das die neue Unternehmenskultur eines VfB Stuttgart unter Dietrich? Diskreditiert hat er sich final, indem er sich nun unnötig mit der Fanszene anlegt.

Wir konnten viele Einblicke in das Vereinschaos der letzten Zeit gewinnen. Der Verein wurde durch jahrelange Misswirtschaft, Klüngelei und Vetternwirtschaft in diese Lage gebracht.

Am Sonntag wollen sich auf der Mitgliederversammlung genau die Leute den VfB für immer unter den Nagel reißen, die den Verein in diese Situation gebracht haben und denen es trotz eines hohen Etats nicht gelungen ist, zukunftsfähige Strukturen im Sport aufzubauen. Da sprechen wir vor allem auch Heim und Röttgermann an.

Der Verein hat durch seinen Schachzug mit den Show-Dialogveranstaltungen, bei denen sehr viel gesteuert wurde, und dem Rückenwind Fürth/Wolf/Schindelmeiser für einen Stimmungswechsel gesorgt. Die Ultras mit ihrer Strategie des kompletten Dagegenhaltens spielen dem Verein auch eher in die Karten.

Ob der Verein am Sonntag eine Palastrevolution braucht, darüber kann man geteilter Meinung sein. Es geht aber um weitaus mehr als um die Wahl Dietrichs oder um die Zustimmung zu einer auf den ersten Blick vernünftig erscheinenden Briefwahl. Wir hoffen, dass die Mitglieder am Sonntag nicht alles blind absegnen, was die Verantwortlichen wollen. Man kann nur Angst vor einem VfB Stuttgart unter diesen Leuten mit Wolfgang Dietrich haben.

Geht am Sonntag zur Mitgliederversammlung und wählt „gscheit“!

 

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