Aktueller Stand zum Start 2016/2017

Aufgrund der sportlichen Brisanz im Endspurt der Saison 2015/2016 ist die Vereinsentwicklung beim VfB Stuttgart und hier im Blog in den Hintergrund gerückt. Unser letztes Update mit Inhalt datiert vom 19. April. Danach haben wir uns zurück gehalten und gezittert, gefiebert, geweint.

Am 14. Mai 2016 ist der VfB Stuttgart abgestiegen.

Am 15. Mai 2016 ist der Präsident des VfB Stuttgart, Bernd Wahler,  von seinem Amt zurück getreten.

Am 17. Mai 2016 trennte sich der VfB Stuttgart von seinem Sportvorstand Robin Dutt.

Am 24. Mai 2016 verkündet der VfB Stuttgart, dass die für den 17. Juli geplante außerordentliche Mitgliederversammlung abgesagt ist. Diese Mitgliederversammlung hätte den Abschluss des Projekts „Vereinsentwicklung“ gebildet, bis heute ist unklar, wie es mit dem Projekt konkret weitergeht.

Knapp 50 Tage danach ist nicht abzusehen, wer die neuen Führungskräfte beim VfB Stuttgart werden. Der sportliche Bereich erscheint den Mitgliedern des Vereins wie auch den Außenstehenden ein luftleerer Raum zu sein. Die Transfer- und Kaderplanung wird von Stefan Heim (Vorstand Finanzen) und Jochen Röttgermann (Vorstand Marketing) vorgenommen. Ohne Sportdirektor und Führungskraft werden dennoch strategisch wichtige Positionen besetzt:

– Thomas Hitzlsperger wird „Beauftragter des Vorstandes in der Schnittstelle zwischen der Vereinsführung und dem Lizenzspielerbereich“. Unklar ist seine konkrete Tätigkeitsbeschreibung und ob bzw. für was er Verantwortung trägt.

– Marc Kienle wird Manager für die Verzahnung von Nachwuchsabteilung, Scouting und Lizenzspielerbereich.

– Alexander Schmidt, am 12. April 2016 als neuer Nachwuchschef und Nachfolger von Rainer Adrion vorgestellt (ab 1. Juli), wird wenige Tage vor Beginn seiner Tätigkeit trotz eines 3-Jahres-Vertrags abgesägt. Zuvor durfte er aber noch alleinverantwortlich den Kader der VfB Stuttgart Amateure für die kommende Viertligasaison zusammenstellen.

Bernd Wahler, Robin Dutt und Alexander Schmidt verdienen erst mal weiter bzw. werden hochdotiert abgefunden, schaffen aber nix mehr. Ebenfalls auf der Gehaltsliste stehen ab 1. Juli zwei von Robin Dutt kurz vor seiner Entlassung angestellte Kaderplaner. Ob und wenn ja mit was sie beschäftigt werden ist unklar. Ein weiterer Kaderplaner sollte Walter Thomae werden. Ebenfalls vor Antritt seiner Aufgabe bekam dieser aber direkt eine neue Beschäftigung zugewiesen.

– Michael Gentner und Walter Thomae sollen künftig gemeinsam die Jugendakademie und den Nachwuchsbereich leiten.

– die Kaderplanung wird derzeit offenbar von Stefan Heim und Jochen Röttgermann vorgenommen?!

– am 1. Juli 2016 verkündet der VfB Stuttgart zudem den Abgang von Arianit Ferati zum HSV. Die Ablösesumme soll bei unter 1 Mio. Euro liegen.

Wer gehofft hatte, dass der VfB den Abstieg als Chance begreift und eine junge, hungrige, mit eigenen Nachwuchsspielern gespikte Mannschaft zusammenstellt, der hat sich Stand heute getäuscht.

Ich persönlich bin über die Entwicklung des VfB Stuttgart in den letzten sechs Wochen extrem enttäuscht. Alles, was Sportvorstand Robin Dutt verändert hatte (und das war so ziemlich alles), wurde jetzt wieder komplett neu strukturiert und besetzt. Damit wird suggeriert, dass Dutt alleinherrschend war und keine seiner Entscheidungen vom übrigen und jetzt handelnden Vorstand mitgetragen wurde. Zwei Novizen krempeln unseren Verein komplett um und wenn eines fernen Tages ein Sportvorstand eingestellt werden sollte, wird er vermutlich das selbe nochmal machen. Man könnte die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Seit dem Abgang des als große Nachwuchshoffnung verkauften Ferati überlege ich ernsthaft, meine Dauerkarte wegen Wegfall der Geschäftsgrundlage zurück zu geben.

In Sachen Vereinsentwicklung ist es merklich ruhig geworden. Die Ausgliederung wird dennoch weiterverfolgt und soll im Frühjahr 2017 beschlossen werden. Die Voraussetzungen hierfür werden im Hintergrund bereits geschaffen, so gilt als Überlegung, dass der neue Präsident ein Ehrenamtlicher sein soll. Ein hauptamtlicher Präsident hätte in einem Verein ohne Fußballabteilung keine Aufgaben mehr.

Der VfB-Blog wird aus seiner Schockstarre auch wieder erwachen und den Prozess gewohnt kritisch und aufmüpfig verfolgen. Auch wenn es schwerfällt, einem Verantwortungsträger noch zu glauben, geschweige denn zu vertrauen.

 

Advertisements