Mitsprache. Ein Mitgliederwunsch.

Bei den in der letzten Woche veröffentlichen Handlungsempfehlungen, die das Ergebnis der Zukunftswerkstatt darstellen, wird vorallem eines deutlich: Die Mitglieder des Vereins möchten eine Stärkung ihrer Rechte/Mitsprache.

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Passt dieser Wunsch nach mehr Mitsprache überhaupt mit den Plänen der Ausgliederung überein?

Im bisher angedachten Ausgliederungsmodell des VfB bestünde die einzige Einflussnahme der Mitglieder darin, das Präsidium des e.V. zu wählen, das die Mitgliedschaft auf der Hauptversammlung der AG vertreten soll. Da die Kandidaten hierfür allerdings durch den Vereinsbeirat bestimmt werden, wäre diese Wahl wie bisher nur pro forma. Der angedachte Vereinsbeirat hat in der vorgestellten Form ebenfalls keinen Einfluss auf Entscheidungen innerhalb der AG.

8 VfB Struktur

Das bedeutet, dass durch eine Ausgliederung das direkte Mitspracherecht der Mitglieder auf den Fußballbereich verloren geht. Unsere Stimmgewalt wird auf den Präsidenten übertragen, wobei nicht geregelt ist, welche Themen, die die Mitgliedschaft beschäftigen, dieser überhaupt vertreten muss. Die Mitglieder des Vereins werden an der Mitgliederversammlung nur noch zu den nicht ausgegliederten Bereichen des Vereins befragt – wie etwa der Leichtathletik- oder Hockey-Abteilung. Dort getroffene Entscheidungen sind für die AG nicht binden. Der „Verein der Fans“ wird zur „AG der Investoren“.

Durch die aktuelle Rechtsform des eingetragenen Vereins erhalten wir Mitglieder in der Mitgliederversammlung ein Mitspracherecht durch die Wahlen des Präsidenten, Aufsichtsrats oder Ehrenrats. Sind wir mit der Arbeit der Gremien nicht einverstanden, können wir diese nicht entlasten. So hat die Mitgliedschaft durch eine wiederholte Nicht-Entlastung des Aufsichtsrates bewirkt, dass die beiden Vorsitzenden Schmidt und Garcia von ihren Ämtern zurückgetreten sind.

Außerdem können wir Änderungen der Satzung bewirken. Dadurch war es den Mitgliedern über eine Abstimmung auf der Mitgliederversammlung möglich, das alte Wappen unseres Vereins zurück zu holen und dieses in der Satzung zu verankern.

Die Rechtsform des eingetragenen Vereins bietet viele Chancen – schon allein dadurch da er nicht Vorschriften des Aktiengesetzes unterliegt. Der Wunsch der Mitsprache und die geplante AG passen nicht zusammen!

Nutzen wir unser Recht der Mitsprache und die Chancen, die uns der eingetragene Verein bietet – bei der kommenden Mitgliederversammlung entscheiden wir, welche Position wir zukünftig einnehmen werden. Wir können selbst für eine Stärkung unserer Rechte und bessere Strukturen im Verein sorgen, die Änderung des Kreislaufs Aufsichtsrat-Präsident-Ehrenrat wäre schonmal ein Anfang!


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