Der Aufsichtsrat. Ein Beispiel.

Der VfB Stuttgart erwägt im Falle einer Ausgliederung den Verkauf von 24,9 Prozent der Anteile der AG bei gleichzeitigem Beibehalt von 75,1 Prozent der Anteile im Verein. Mitglieder und Fans interpretieren die Rolle des Vereins und der Vereinsmitglieder dabei teilweise so, dass Verein und Mitglieder in allen Belangen bestimmen können. Dies ist nicht der Fall, dies anschaulich zu erklären schwierig. Heute gibt es jedoch ein sehr gutes Beispiel:

15 FAZ wg VehQuelle: http://www.faz.net/aktuell/sport/eintracht-frankfurt-entlaesst-trainer-armin-veh-14108447.html

Die Eintracht Frankfurt Fußball AG hat die gleiche Rechtsform, wie sie der VfB Stuttgart mit der VfB Stuttgart 1893 AG plant. Auszug aus wikipedia:

Die gewinnorientiert arbeitende Profifußball-Aktiengesellschaft wurde am 1. Juli 2000 gegründet. Anteilseigner der AG sind mit 63,4 % der eingetragene Verein, mit 28,6 % die Freunde der Eintracht Frankfurt AG, mit 4,4 % die BHF-Bank und mit 3,6 % die Wolfgang Steubing AG.

Ein Vergleich zwischen Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart bietet sich an. Die Geschäfte der Eintracht Frankfurt Fußball AG führt ein dreiköpfiger Vorstand. Die Vorstandsmitglieder haben keinen Bezug zum Verein Eintracht Frankfurt, sondern sind von der AG angestellt. Der Vorstand um Heribert Bruchhagen hat den Trainer entlassen, seine Aufgabe ist es nun, einen neuen Trainer zu finden. Dies alles geschieht in Rücksprache mit einem neunköpfigen Aufsichtsrat, der den Vorstand überwacht. Drei der neun Aufsichtsratsmitglieder der Eintracht werden vom Verein gestellt. Der Aufsichtsrat muss mit der Mehrheit seiner Mitglieder dem neuen Trainer zustimmen. Die Vorgehenswiese bei der VfB AG wäre entsprechend. Die BILD schreibt dazu:

16 BILD wg FFM

Quelle: bild.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/feuert-armin-veh-44825022.bild.html

Ein Trainer wird also nicht eingestellt, weil ihn der Aufsichtsrat mit der Mehrheit seiner Mitglieder als „zu klein“ empfindet. Es ist demnach mitnichten der Verein und schon gar nicht sind es seine Mitglieder, die Entscheidungen treffen. Der VfB Stuttgart plant eine AG mit einem neun- oder zwölfköpfigen Aufsichtsrat. Zwei der Aufsichtsratsmitglieder sollen vom Verein entsendet werden. Jeder Aufsichtsrat hat 1 Stimme, unabhängig der Anteile, die er gegebenenfalls vertritt. Eine Mehrheit für die Vereinsinteressen ist damit nicht gegeben.

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