Würdigung Punkt „Konzernstruktur“

Die vom VfB Stuttgart vorgeschlagene Konzernstruktur unterscheidet sich von der gegenwärtigen Struktur. Die bestehenden Tochtergesellschaften des VfB Stuttgart e.V. sollen Tochtergesellschaften der bestehenden VfB Stuttgart 1893 AG werden. Die bestehende 100-prozentige Tochtergesellschaft VfB Stuttgart 1893 AG wird in der aktuellen Konzernstruktur unterschlagen und wird in der neuen Konzernstruktur zur 75-prozentigen Tochtergesellschaft. Sämtliche bestehenden Kapitalgesellschaften entfernen sich damit vom Verein. Über die geplanten Ergebnisabführungen werden keine Angaben gemacht.

Die Rechtsform der AG wird als alternativlos angesehen.

Wichtig ist aus Sicht der Mitglieder, das Vorgehen zu verstehen. Nur wenn jedes Mitglied das Vorgehen verstanden hat sollte eine Abstimmung erfolgen.

Von großer Bedeutung ist die saubere Trennung zwischen e.V. und Kapitalgesellschaft. Insbesondere hat der e.V. eine eigene Mitgliederversammlung und die Kapitalgesellschaft stattdessen eine Hauptversammlung bei der nicht die Mitglieder des e.V. sondern die Anteilseigner der AG anwesend sein werden. Anteilseigner ist auch der e.V., der durch das Präsidium vertreten sein wird. Notwendige Fragen hierzu wurden bereits an anderer Stelle aufgeworfen, bspw. die Frage nach der Qualität des Präsidiums nach einer erfolgten Ausgliederung.

Der den Vorstand des derzeitigen e.V. überwachende Aufsichtsrat überwacht künftig den Vorstand der AG. Dass eine Überwachung des Präsidenten des e.V. nicht mehr notwendig ist verdeutlicht erneut dessen künftig nur noch geringe Bedeutung. Auch eine Entlastung des Aufsichtsrats erfolgt künftig nicht mehr durch die Mitgliederversammlung.

Nicht weiter ausgeführt wird, weshalb der Aufsichtsrat derzeit über drei Mitglieder verfügt und künftig über neun bzw. 12 Mitglieder verfügen soll. Fragen wirft auch die Formulierung auf, dass die Mitglieder des Aufsichtsrats wie bisher aus den Bereichen Sponsoring/Kapitalgeber bzw. Sport/Politik/Wissenschaft kommen sollen. Der VfB Stuttgart hat entgegen der mehrfachen Kritik seitens der Mitgliederversammlung keine Vertreter von Sport, Politik und Wissenschaft im Aufsichtsrat sitzen, sondern allein Vertreter der Sponsoren/Kapitalgeber. Eine diesbezügliche Korrektur der Vorgehensweise sollte auch in den Punkt „Vereinsentwicklung“ einfließen. Ebenfalls muss hinterfragt werden, ob weitere Bereiche abgedeckt sein sollten (Medien? Mitgliedervertreter?). Eine diesbezügliche strukturelle Anpassung kann als Chance begriffen werden, wobei eine maximale Teilnehmerzahl erörtert werden muss um Zustände wie bspw. beim HSV (Stichwort: Maulwurf) zu verhindern.

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