VfB Stuttgart, das sind wir? Der eingetragene Verein.

Der VfB Stuttgart hat als eingetragener Verein rund 45.000 Mitglieder. Mitglieder bezahlen in der Regel einen Jahresbeitrag von 48 Euro, was zu einer jährlichen Gesamteinnahme von rund 48 x 45.000 =  2,16 Millionen Euro führt. Die Motivation für die Mitgliedschaft begründet sich hauptsächlich durch einen der drei Punkte:

  • Stimmrecht bei der jährlichen Mitgliederversammlung
  • Eintrittskarten-Vorkaufsrecht bei Heimspielen
  • Rabatt auf Eintrittskarten und Fanartikel.

Der letzten Mitgliederversammlung am 11. Oktober 2015 wohnten rund 1.500 Mitglieder bei, so dass etwa 3 Prozent der Mitglieder die Basis des Vereinslebens beim VfB Stuttgart bilden.

Bei den Mitgliederversammlungen werden Organe gewählt und entlastet. Ausgewählte Pressemeldungen zu den letztjährigen Mitgliederversammlungen:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.vfb-mitgliederversammlung-der-vfb-verzeichnet-ein-rekordminus.2e7569a7-bbd1-466d-93c2-3b737a45ee99.html

Dennoch weiß er, dass es jetzt die eine oder andere Frage gibt.

Etwa jene: Haben der alte Aufsichtsratschef Dieter Hundt und der alte Präsident Gerd Mäuser nicht immer erzählt, dass sie den VfB nach guter, alter Kaufmannsart führen würden? Oder diese: Haben sie nicht betont, dass man eben nicht mehr Geld ausgeben könne, als man einnimmt? Oder folgende: Haben sie nicht ständig davon gesprochen, dass am Ende die schwarze Null stehen muss? Jetzt steht eine andere Ziffer. Sie lautet: -9,744 Millionen Euro.

http://www.vfb.de/de/verein/verein-meldungen/2013/ankuendigung-entscheidung-wappen/page/5576-1-8-1361987482.html?f8

Der Vorstand des VfB hat beschlossen, dass die Abstimmung über das VfB Wappen in der Mitgliederversammlung 2013 durchgeführt werden soll. Außerdem gab der Vorstand bekannt, dass es die Planung gibt, das dann mit einfacher Mehrheit gewählte VfB Wappen in die Vereinssatzung zu verankern.

http://www.vfb.de/de/verein/verein-meldungen/2013/mitgliederversammlung-2013/page/6387-1-8-.html?f8

Bernd Wahler ist Präsident

Die Mitglieder des VfB Stuttgart 1893 e.V. bestimmen in ihrer sechsstündigen Versammlung mit großen Mehrheiten einen neuen Präsidenten und die Einführung des historischen Wappens.

Entlastung des Aufsichtsrats

Die Versammlung entscheidet mit 63,1%, dass der Vorsitzende des Jahres 2012, Prof. Dr Dieter Hundt, einzeln entlastet werden soll, die weiteren Aufsichtsräte im Block.
Prof. Dr. Dieter Hundt wird keine Entlastung erteilt. Er erhält 31,5% der Stimmen. Bei jeder Abstimmung werden Enthaltungen satzungsgemäß nicht berücksichtigt.
Die anderen Aufsichtsräte werden mit einer Quote von 80,3% en bloque entlastet.

http://www.vfb.de/de/aktuell/meldungen/news/2014/vfb-mitgliederversammlung-14/page/8357-1-3-.html?f3

Im Anschluss an die Entlastung des Vorstands (Ja: 52,3 Prozent, Nein: 47,7 Prozent) und die Nicht-Entlastung des Aufsichtsrats (Ja: 46,7 Prozent, Nein: 53,3 Prozent) erläutert der VfB Ehrenratsvorsitzende Dr. Alfred Grupp die Kandidatenvorschläge für den neuen Aufsichtsrat. Die drei neuen Kandidaten stellen sich anschließend kurz vor. Die Vorschläge wurden wenig später von den Mitgliedern angenommen (Ja: 69,8 Prozent, Nein: 30,2 Prozent), folgende Aufsichtsratsmitglieder habe ihre Wahl angenommen:

Dr. Joachim Schmidt
Dr. Eduardo Garcia (garmo AG)
Hartmut Jenner (Alfred Kärcher GmbH & Co. KG)
Hansi Müller
Wilfried Porth (Daimler AG)
Martin Schäfer (Adolf Würth GmbH & Co. KG)

http://www.vfb.de/de/verein/verein-meldungen/2015/mitgliederversammlung-2015-protokoll/page/10599-1-8-1451378099.html

Nach dem Tagesordnungspunkt „Allgemeine Aussprache“ stimmen die Mitglieder über die Entlastung des Vorstandes sowie der des Aufsichtsrates für das Jahr 2014 ab. Die Vorstandsmitglieder des vergangenen Jahres Bernd Wahler, Ulrich Ruf und Fredi Bobic werden nicht entlastet ( 51,4% Nein-Stimmen; 48,6% Ja-Stimmen). Der Aufsichtsrat wird ebenfalls nicht entlastet ( 71,3% Nein-Stimmen; 28,7% Ja-Stimmen).

http://www.vfb.de/de/verein/verein-meldungen/2015/ruecktritte-aufsichtsratsvorsitzende/page/10610-1-8-1451378099.html

Dr. Joachim Schmidt und Dr. Eduardo Garcia haben am gestrigen Montag die Gremien des VfB Stuttgart darüber informiert, dass sie mit sofortiger Wirkung ihre Aufsichtsratsmandate niederlegen und von ihren Ämtern als Vorsitzender des Aufsichtsrats und als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats zurücktreten.

Dr. Joachim Schmidt: „Ich ziehe damit die Konsequenz aus der nicht erfolgten Entlastung des Aufsichtsrats bei der Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart am letzten Sonntag.“

Die Mitgliederversammlung ist das wichtigste Organ im Verein. Sie bestimmt über die Vereinsführung und beurteilt deren Arbeit. Teilweise wird die Frage aufgeworfen, inwiefern ein Einfluss von Mitgliedern noch zeitgemäß sei und ob ein Millionenunternehmen überhaupt ein Verein sein könne.

Was ist ein Sportverein aus juristischer Sicht?

Die häufigste und typische Form des Vereins ist der sogenannte „Idealverein“. Ein Idealverein ist ein Zusammenschluss mehrerer Personen unter einem gemeinsamen Vereinsnamen. Neben weiteren Voraussetzungen muss ein gemeinschaftlicher ideeller Zweck verfolgt werden. Ein ideeller Zweck ist ein Zweck, der nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb ausgerichtet ist. Der Zweck ist insbesondere dann auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb ausgerichtet, wenn Wirtschaftsgüter planmäßig gegen Entgelt angeboten werden. Aber: Ein Sportverein bleibt auch dann ein Idealverein, wenn er bspw. in seinem Vereinsheim ein Restaurant führt. Hier ist die wirtschaftliche Betätigung nämlich nur ein untergeordneter Nebenzweck – Hauptzweck bleibt die Förderung des Sports.

Ob ein Fußball-Bundesligist angesichts der Umsätze und wirtschaftlichen Verflechtungen noch Idealverein sein kann, ist umstritten. Gleichwohl gelten die als e.V. organisierten Fußball-Bundesligisten als Idealverein. Eine Änderung dieses Status quo lässt sich aus der Literatur nicht ableiten.

http://sportrecht.org/cms/front_content.php?idcat=37&idart=62

„Lebhaft umstritten ist, ob ein Verein mit einer Berufssportabteilung, etwa der Fußballbundesliga, oder große Sportverbände noch als Idealverein oder nicht vielmehr als „wirtschaftlicher Verein“ gemäß § 22 BGB anzusehen ist, der Rechtsfähigkeit allein durch (praktisch sehr seltene) staatliche Verleihung erwerben könnte. Die Bedenken beruhen vor allem darauf, daß das Vereinsrecht des BGB weder den gleichen Gläubigerschutz (Erfordernis einer angemessenen Kapitalausstattung und Kapitalerhaltung, Bilanzierungspflicht u. a.) noch den gleichen Mitgliederschutz gewährt wie etwa das Aktienrecht oder andere Gesellschaftsformen des Handelsrechts („Rechtsformverfehlung“). Gegebenenfalls müßte dem eingetragenen Verein die Rechtsfähigkeit (ev. durch Löschung der Eintragung) entzogen werden. Bislang ist das aber noch nicht geschehen. Problematisch ist in diesen Fällen auch die Gemeinnützigkeit des Vereins.“

Wer sich weiterführend dafür interessiert ⇒ Aktueller Leitfaden der Bundesregierung zum Vereinsrecht:

http://www.bmjv.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Leitfaden_Vereinsrecht.pdf?__blob=publicationFile&v=8

Ihr habt Fragen zum Vereinsrecht?

Kapitel 03.01 – Der eingetragene Verein. Was ist das überhaupt?

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