Vergleichbare Vereine

1 Der DFB

Der Deutsche Fußball-Bund e. V. (DFB) ist der Dachverband von 26 Fußballverbänden in der Bundesrepublik Deutschland, denen wiederum mehr als 25.000 örtliche Fußballvereine angehören. Seinen Sitz hat der gemeinnützige Verein in Frankfurt am Main. Ordentliche DFB-Mitglieder sind der Ligaverband, die fünf Regional- und 21 Landesverbände. Mit fast 7 Millionen Mitgliedern der angeschlossenen Vereine ist der DFB der größte Sport-Fachverband der Welt.

Der DFB stellt im Internet sehr viele Publikationen zur Verfügung, sagt dabei aber nichts über die eigene Finanzierung.

http://www.dfb.de/verbandsservice/publikationen/downloads-von-a-bis-z/

Zuletzt wurden Zahlen für 2012 veröffentlicht (Quelle: wikipedia):

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Fu%C3%9Fball-Bund#Finanzierung

„Der DFB plant für das Jahr 2012 mit Einnahmen in Höhe von 79,425 Millionen Euro (2013: 85,9 Mio. Euro). Diese Einnahmen stammen hauptsächlich aus Werbemaßnahmen, Verpachtungen und Vermögensverwaltungen (circa 69 Mio. Euro).“

Der DFB richtet jährlich den Pokalwettbewerb aus, er war 2006 Ausrichter der Fußball-WM der Herren. In einem Abschlussbericht der Bundesregierung heißt es dazu:

http://www.bmi.bund.de/cae/servlet/contentblob/139756/publicationFile/15274/WM2006_Abschlussbericht_der_Bundesregierung.pdf

„Das Risiko für einen evtl. wirtschaftlichen Verlust bei der WM 2006 trug alleine der DFB, der jedoch im September 2006 eine positive finanzielle WM-Bilanz seines Organisationskomitees präsentierte. Vor Steuern erzielte das OK einen Überschuss von 135 Mio. Euro. Vom DFB wurden Steuern in Höhe von 101 Mio. Euro gezahlt, davon 43,7 Mio. Euro an Körperschafts- und Gewerbesteuer, 40 Mio. Euro an Umsatzsteuer aus dem Ticketverkauf, 9,3 Mio. Euro an Lohnsteuer und 8 Mio. Euro an Sozialversicherungsbeiträgen. Die FIFA erhielt ca. 40,8 Mio. Euro als Rückerstattung aus dem dem deutschen Organisationskomitee im Vorfeld gewährten Organisationszuschuss in Höhe von 170 Mio. Euro. Danach blieben 56,5 Mio. Euro, die auf Basis des bestehenden Grundlagenvertrages hälftig geteilt werden zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL). Der Gewinn für den DFB liegt somit bei 28,25 Mio. Euro.“

Über eine Diskussion, ob der DFB ein Idealverein ist oder ob hier eine Rechts-formverfehlung vorliegt finden sich keine Informationen. Insofern wird Unstrittigkeit unterstellt. Auch die Gemeinnützigkeit des DFB ist nicht in Frage gestellt.

2 Der ADAC

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e. V., kurz ADAC, ist Deutschlands größter Automobilclub. Zweck des Vereins ist die „Wahrnehmung und Förderung der Interessen des Kraftfahrzeugwesens und des Motorsports“. Der ADAC hat rund 19 Millionen Mitglieder und daraus Mitgliedserträge von rund 1 Mrd. Euro pro Jahr.

Die Süddeutsche Zeitung schrieb dazu im Februar 2015:

http://www.sueddeutsche.de/auto/adac-umstrukturieren-um-abzulenken-1.2330532

„Das Amtsgericht München prüft seit fast einem Jahr, ob der ADAC zu Recht den Status als „eingetragener Verein“ (e. V.) trägt. Viele andere Vereine schauen besorgt zu. Denn es ist keinesfalls nur der Automobilclub, der im Rechtskleid des e. V. erhebliche Umsätze generiert: Strukturen von Vereinskonzernen finden sich unter anderem bei Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege (Rotes Kreuz, Caritas), Sachverständigenorganisationen wie Dekra und TÜV oder den Klubs der Fußball-Bundesliga. Sollte das Amtsgericht beim ADAC ernst machen, könnte es auch für andere Vereine ungemütlich werden.“

Anmerkung: Der ADAC hat eine Reihe von Tochterunternehmen im In- und Ausland, woraus sich jährliche Erträge von mehreren Milliarden Euro ergeben. Tochterfirmen bieten unter anderem Versicherungen und die Autovermietung an. Der ADAC ist über die Tochterfirmen regelmäßiger Veranstalter von Formel-1-Rennen in Deutschland. Hierbei handelt es sich um Kapitalgesellschaften, vergleichbar mit den Tochtergesellschaften des VfB Stuttgart e.V.

3 Der FC Schalke 04 e.V.

Der FC Schalke ist einer der Bundesligisten, die am Spielbetrieb immer noch als e.V. teilnehmen. Dabei gelten die Gelsenkirchener als hochverschuldeter Konzern mit einer Reihe von Tochterunternehmen, die sich zu einem undurchsichtigen Klüngel entwickelt haben.

Dabei ist die Struktur des FC Schalke 04 e.V. durchaus vergleichbar mit der beim VfB Stuttgart e.V.

3 Schalke1

Der Verein profitiert dabei von einer Verschlankung der Struktur, die 2013 vorgenommen wurde. Zuvor war die Konzernstruktur geprägt von einer Holding-Gesellschaft und erschien deutlich komplexer.

4 Schalke2

http://www.schalke04.de/de/aktuell/news/130125_konzernstruktur/page/979–10–.html

Im Gegensatz zum VfB Stuttgart veröffentlicht Schalke einen jährlichen Konzerngeschäftsbericht, was die Transparenz deutlich erhöht. So wird bspw. im Bericht über das Geschäftsjahr 2013 sogar erläutert, dass der Materialaufwand für Spielerberater bei 1,6 Mio. Euro lag.

http://www.schalke04.de/fileadmin/images/Hauptseite/Verein/Finanzen/2013_Konzernbericht.pdf dort Seite 5.

Demgegenüber weist der FC Schalke im gleichen Bericht Verbindlichkeiten von 230 Mio. Euro und ein negatives Eigenkapital von mehr als 75 Mio. Euro aus. Das heißt, die Verbindlichkeiten des Vereins überstiegen das vorhandene Vermögen um 75 Mio. Euro.

Die hohe Verschuldung des FC Schalke wird größtenteils dem damaligen Stadi-onbau zugeschrieben, jedoch sind auch die immensen Lizenzspielerkosten regelmäßig in der Kritik. Insgesamt beliefen sich die Kosten des Stadionbaus auf 191 Mio. Euro. Wenn sich die Verbindlichkeiten 14 Jahre später auf 230 Mio. Euro erhöht haben, müssen beide Faktoren eine gewichtige Rolle spielen.

Besonders beim FC Schalke 04 e.V. ist die teilweise Finanzierung durch Anleihen. Zum 31.12.2014 wurden mehr als 60 Mio. Euro Verbindlichkeiten für aufgenommene Anleihen ausgewiesen.

http://www.schalke04.de/fileadmin/images/Hauptseite/Verein/Finanzen/2014_Konzernbericht.pdf

Die Anleihen dienten dazu, Kredite zu bedienen und kurzfristige Verbindlichkeiten in langfristige Verbindlichkeiten umzuwandeln. Die Anleihen sind zu einem Großteil 2025 zur Rückzahlung fällig. Schalke 04 wird also noch über Jahre ein Verein mit enormer Schuldenlast bleiben.

http://www.handelsblatt.com/archiv/interessantes-anleihe-konzept-schalke-hat-die-ersten-ostereier-bereits-erhalten/2240716.html

Die Verzinsung liegt bei 6,75 Prozent.

http://www.derwesten.de/sport/fussball/s04/wie-sich-schalke-04-frisches-geld-verschafft-id8453371.html

Für den Verein ist diese üppige Verzinsung dennoch attraktiver als die Ausgliederung der Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft unter Einbezug von Investoren. Im Geschäftsbericht 2014 schreibt Schalke:

„Als einer von derzeit lediglich noch fünf eingetragenen Vereinen (neben 1. FSV Mainz 05, SC Freiburg, VfB Stuttgart und SC Paderborn 07) stellen sich die Knappen der Herausforderung des globalen Fußballgeschäfts, sich als gewachsener, authentischer Verein sportlich im nationalen Wettbewerbsumfeld dauerhaft unter den Top-3-Vereinen Deutschlands zu positionieren.

Die Königsblauen sehen ihre Zukunft auch weiterhin als eingetragener Verein mit dem obersten Ziel, Herr im eigenen Haus zu bleiben. Eine Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft ist nicht der Weg, den man auf Schalke gehen will. Die wirtschaftliche Stabilität des Vereins sowie die Vereinswerte werden so geschärft, dass die Abhängigkeit vom sportlichen Erfolg so gering wie möglich ist. Abgrenzungspotentiale im Vergleich zum Wettbewerb stehen dabei im Vordergrund.“

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