Die Tochergesellschaften des VfB Stuttgart.

1 Aktuelle und ehemalige Tochtergesellschaften des e.V.

Der VfB Stuttgart hat derzeit verschiedene Tochtergesellschaften, auf die Funktionen ausgelagert sind. Als Rechtsform der Tochtergesellschaften wurde einheitlich die GmbH als Form der Kapitalgesellschaft gewählt:

  • VfB Stuttgart Marketing GmbH
  • VfB Stuttgart Beteiligungs-GmbH
  • VfB Reha-Welt GmbH
  • VfB Stuttgart Arena Betriebs GmbH
  • VfB Stuttgart Stadion GmbH

Die VfB Stuttgart Merchandising GmbH wurde 2015 liquidiert, der Geschäftsbetrieb wurde wieder in den Gesamtverein eingegliedert.

2 Derzeitige Struktur

2 VfB Struktur

3 Ausgewählte Tochtergesellschaften im Detail

Die VfB Stuttgart Merchandising GmbH wurde 2015 liquidiert, der Geschäftsbetrieb wurde wieder in den Gesamtverein eingegliedert. Die Änderung ging einher mit der Neustrukturierung des Vorstands und verschiedener Bereiche im Verein. Die bestehenden Abteilungen wurden in das neue Ressort Marketing und Vertrieb eingegliedert. Bereichsleiter Marketing ist Christian Ruf, Sohn des ehemaligen Finanzvorstands Ulrich Ruf.

Geschäftsführer der VfB Stuttgart Marketing GmbH sind Jochen Röttgermann und Rainer Mutschler. Die Marketingrechte des Vereins VfB Stuttgart wurden 1999 auf diese Kapitalgesellschaft ausgelagert. Über einen Zeitraum von fünf Jahren hielt zunächst der Sportrechteverwerter ISPR eine Beteiligung über 25 Prozent an der Gesellschaft. Seit 2004 hält der VfB Stuttgart e.V. wieder 100 Prozent selbst. Die VfB Stuttgart Marketing GmbH vermarktet die Profiabteilung des VfB Stuttgart e.V. und erhält im Gegenzug eine Provision. Die Vorgehensweise entspricht der Vergabe an einen externen Rechteverwerter.

Exkurs: ISPR war ein gemeinsames Unternehmen von KirchMedia und Axel Springer. Nach der Kirch-Insolvenz wurden die Anteile an Sportfive veräußert, eine damalige Tochter der RTL-Gruppe.

Gemäß dem unter bundesanzeiger.de abrufbaren Jahresabschluss 2014 der VfB Stuttgart Marketing GmbH hält diese eine stille Beteiligung an einer weiteren Gesellschaft. Details hierzu sind nicht bekannt. Insgesamt werden vom VfB Stuttgart, auch auf der Mitgliederversammlung der Muttergesellschaft VfB Stuttgart e.V., keine weiterführenden Angaben zur Gesellschaft gemacht.

Beteiligungen selbst sollten gemäß der Firmierung bei der VfB Stuttgart Beteili-gungs-GmbH zu erwarten sein. Auch über diese Gesellschaft sind keine Einzelheiten bekannt. Auf der Mitgliederversammlung der Muttergesellschaft VfB Stuttgart e.V. werden keine weiterführenden Anhaben zur Gesellschaft gemacht. Bekannt ist, dass die Gesellschaft einst gegründet wurde, um dem Verein alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu eröffnen. Der Verein bot damit potenziellen Geldgebern die Möglichkeit einer (stillen) Beteiligung.

Initiiert wurde die VfB Stuttgart Beteiligungs-GmbH im Jahr 2000 vom damaligen Präsidenten Manfred Haas.

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/eine-bislang-einmalige-beteiligungs-gmbh-soll-den-vfb-stuttgart-retten-riskante-einlage-ohne-garantie,10810590,9848922.html

„Und davon möchte Haas ein Stück abbekommen. Er will die Konzerne im Ländle dazu bringen, dass sie von sich aus eine Beteiligungs-GmbH gründen, je nachdem, wie viele und mit welcher Einlage diese sich daran beteiligen, käme dann ein Betrag von „bis zu fünfzig oder auch mehr Millionen Mark“ zusammen – eine erkleckliche Summe, um die Schuldenlast in den Griff zu bekommen und um in Spieler investieren zu können. Aus Gutmütigkeit oder aus Mitleid wird aber kein Firmenchef Millionen in einen Verein investieren, der derzeit auf Platz 15 der Bundesliga darbt. Daher sollen die in der GmbH vertretenen Unternehmen vom VfB regelmäßige Ausschüttungen erhalten, die es für den Investor interessant machen, sein Geld hineinzustecken. Dies soll mit einer Rendite von vier bis neun Prozent des Anlagekapitals versüßt werden.“

Der Text klingt aktuell, ist aber 15 Jahre alt. Statt der anvisierten fünfzig Millionen Mark bei einer Rendite bis zu 9 Prozent kamen bis 2002 rund 6 Millionen Euro zusammen. Über die Kapitalgeber und deren erzielte Rendite ist nichts bekannt.

Die Ausgliederungspläne gingen jedoch weiter.

http://www.welt.de/print-welt/article418692/Arbeitgeberpraesident-Hundt-raeumt-beim-VfB-Stuttgart-auf.html

„Damit soll eine weitere Voraussetzung geschaffen werden, damit der Klub nach Aussage von Präsident Manfred Haas „in zwei bis drei Jahren“ seine Lizenzspielerabteilung ausgliedern und in eine Kapitalgesellschaft umwandeln kann. Haas: „Alle Prüfungen haben ergeben, dass dies erst sinnvoll ist, wenn die Finanzen geordnet sind.““

http://www.faz.net/aktuell/sport/boersenplaene-vfb-stuttgart-verein-fuer-boerse-und-business-112573.html

„Doch auch ohne Spitzenplätze könnte ein gut geführter Verein an der Börse Erfolg haben, meint Thomas Dörflinger, Spezialist der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) für Fußball-Aktien. Er ist überzeugt, dass sich mehr als zwei oder drei der 18 Bundesliga-Clubs den Schritt überlegen werden. Das Kapital aus dem Börsengang können die Vereine in den Ausbau der Mannschaft, aber auch in eigene Reisebüros oder Internet-Unternehmen investieren.“

Obwohl sich diese Aussagen nicht bestätigten, haben die damaligen Entwicklungen heute noch bestehende Grundlagen geschaffen. Schon damals wurde eine Anwaltskanzlei vom VfB Stuttgart beauftragt, eine Ausgliederung in eine GmbH & Co. KGaA zu prüfen. Die VfB Stuttgart 1893 GmbH & Co. KGaA wurde gegründet, kam jedoch nie über den Status hinaus, ein Mantel ohne Inhalt zu sein. 2014 wurde die Gesellschaft in eine AG umgewandelt.

http://www.online-handelsregister.de/handelsregisterauszug/bw/Stuttgart/V/VfB+Stuttgart+1893+GmbH+%26+Co.+KGaA/206923

Handelsregister Löschungen vom 03.11.2014
HRB 24580:VfB Stuttgart 1893 GmbH & Co. KGaA, Stuttgart, Mercedesstr. 109, 70372 Stuttgart. Ausgeschieden als Persönlich haftender Gesellschafter: VfB Stuttgart 1893 e.V., Stuttgart (Stuttgart HRB 24282). Die Gesellschaft ist auf-grund des Umwandlungsbeschlusses vom 27.09.2014 in eine Aktiengesellschaft unter der Firma „VfB Stuttgart 1893 AG“, Stuttgart (Amtsgericht Stuttgart HRB 750582) gemäß § 190 ff. UmwG formwechselnd umgewandelt.

Die VfB Stuttgart 1893 AG gibt es demnach bereits, es handelt sich um eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des VfB Stuttgart e.V. Die Gesellschaft erscheint jedoch nicht im vom Verein am 22.12.2015 veröffentlichten und hier unter „2 Derzeitige Struktur“ abgebildeten Organigramm.

4 Probleme der Struktur

Probleme in der bestehenden Struktur des e.V. und seiner Tochtergesellschaften sind nicht bekannt.

5 Stadion NeckarPark GmbH & Co. KG

Die Mercedes-Benz-Arena (umgangssprachlich: Neckarstadion) gehört der Stadion NeckarPark GmbH & Co. KG. Der Komplementär als persönlich haftender Gesellschafter ist dabei die Stadion NeckarPark Verwaltungs-GmbH. Beide Gesellschaften sind gemäß dem Beteiligungsbericht 2014 der Stadt Stuttgart hundertprozentige Tochtergesellschaften der Stadt Stuttgart.

http://www.stuttgart.de/img/mdb/publ/8969/111192.pdf

An der NeckarPark GmbH & Co. KG ist der VfB Stuttgart e.V. als atypisch stiller Gesellschafter beteiligt.

Exkurs: Eine stille Gesellschaft entsteht durch eine Beteiligung an einem Betrieb durch eine Vermögenseinlage. Die stille Gesellschaft ist für den Außenstehenden in der Regel nicht erkennbar, der stille Gesellschafter erhält jedoch zumindest eine Gewinnbeteiligung. Bei der atypisch stillen Beteiligung hat der Investor über die Beteiligung am Ergebnis hinausgehende Vermögens- und Kontrollrechte.

Der VfB Stuttgart hält an der Gesellschaft NeckarPark GmbH & Co. KG 40 Prozent der Stimmrechte als atypisch stiller Gesellschafter. Gemäß dem im elektronischen Bundesanzeiger (bundesanzeiger.de) zuletzt veröffentlichten Jahresabschluss 2013 hat das Stadion einen bilanziellen Wert von rund 133 Mio. Euro, wobei die jährliche Abschreibungsrate 6 Mio. Euro beträgt. Die Finanzierung erfolgte durch eine Kommanditeinlage der Stadt Stuttgart über 27 Mio. Euro und eine stille Einlage des VfB Stuttgart e.V. über ebenfalls 27 Mio. Euro sowie über Fremdkapital. Zum Stichtag bestanden Verbindlichkeiten von über 60 Mio. Euro, vorwiegend gegenüber Kreditinstituten. Rund die Hälfte der Verbindlichkeiten hatte dabei eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Darüber hinaus erfolgte die Finanzierung durch eine Mietvorauszahlung für die im Stadion integrierte Turnhalle von rund 14 Mio. Euro.

Gemäß der Stadt Stuttgart ist sie selbst Pächter der Turnhalle. Die VfB Stuttgart Stadion GmbH ist Pächter des Stadions. Laut dem Beteiligungsbericht 2014 der Stadt Stuttgart bezahlt die VfB Stuttgart Stadion GmbH eine jährlich fixe Pacht von 5,2 Mio. Euro, zusätzlich derzeit 1,1 Mio. Euro umsatzabhängige Pacht; in Summe ergibt sich daraus eine Pacht von 6,3 Mio. Euro pro Jahr. Außerdem trägt der VfB Stuttgart die jährlichen Verluste der NeckarPark GmbH & Co. KG von derzeit mehr als 2 Mio. Euro jährlich durch Verrechnung mit seiner Einlage. Insgesamt steigt dadurch die Belastung auf 8,5 Mio. Euro pro Jahr. Die Stadt Stuttgart informiert darüber, dass auch für die kommenden Jahre Verluste zu erwarten sind.

http://www.stuttgart.de/img/mdb/publ/8969/111192.pdf dort Seite 205.

„Auch in den folgenden Geschäftsjahren ist vorerst mit negativen Jahresergebnissen zu rechnen, da die Zinsaufwendungen und die Abschreibungen im Sachanlagevermögen durch die Umsatzerlöse nicht gedeckt werden können.“

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